„Schamlos schön“ – das ist eine Produktion mit Liedern aus fünf Jahrhunderten.
Deutschen Liedern, die die Jahrhunderte überdauert haben und zum Kanon der deutschen Musikliteratur gezählt werden müssen.
Aufgenommen wurde „Schamlos Schön“ mit einer Band, die sich wie ein Who is Who der New Yorker Downtown Musikszene liest:
Marc Ribot und Greg Cohen an Gitarre und Baß (Tom Waits Band), Glenn Patscha (Ollabelle) am Keyboard, Spinett und Harmonium, Lorin Sklamberg von den Klezmatics oder Frank London (ebenfalls Klezmatics), der die CD produzierte. Im Mittelpunkt der Produktion steht Tine Kindermann, eine deutsche Künstlerin und Musikerin, die mit diesem Programm erstmals als Sängerin in Erscheinung tritt.
Die Frage darf erlaubt sein: Warum deutsche Volkslieder in New York, und warum gerade diese Lieder ?
Tine schreibt dazu:
„Im Rahmen einer Ausstellung meiner Dioramen und Guckkästen, die auf die Grimmschen Märchen zurückgehen, wurde der Liederzyklus erstmals 2001 in New York vorgestellt. Beim Wiederlesen und Recherchieren der Märchen begegnete ich auch den Liedern meiner Kindheit wieder, wobei mich die Auseinandersetzung mit Abschied, Tod, Verlust und Verlassen am tiefsten berührten.
Es sind fast alles eher morbide Lieder, weil ich es schon als Kind immer am schönsten fand, wenn am Ende alle tot waren – die “zwei Königskinder”, der “Wirtin Töchterlein” und das “Schwesterlein”. Und ich kam auf den Titel “Schamlos Schön”, weil ich das Schöne an den Liedern rauskitzeln wollte und sie nicht ironisch-distanziert interpretieren wollte.” (Tine Kindermann)
„Es geht ein dunkle Wolk herein”, “Ich hab die Nacht geträumet”, “Es ist ein Schnitter heißt der Tod” – nicht umsonst haben diese Lieder die Jahrhunderte überdauert, da sie Gefühle und Erfahrungen ausdrücken, die Zeiten und Kulturen transzendieren. Und es sind einfach unglaublich gute Lieder.
Der Reiz dieser neuen Aufnahme liegt im Zusammenklang von Tine Kindermanns klarer Stimme und der bewußt einfach gehaltenen Interpretation sowie der sensiblen Instrumentierung und Begleitung durch einige der besten zeitgenössischen New Yorker Musiker. Das Ziel war, jenseits von Männerchören und Volkskapellen die alten, klassischen Lieder einer neuen Generation nahe zu bringen, ohne ihnen gewaltsam eine neue musikalische Identität aufzuzwingen. Frank Londons behutsame Arrangements und Tine Kindermanns schnörkellose, berührende Interpretation erzählen so die alten Geschichten auf eine neue Weise: schlicht – und ergreifend.
Tine Kindermann (Singende Säge, Gesang)
Frank London (Harmonium, Keyboard)
Lorin Sklamberg (Akkordeon, Keyboard, Gitarre akustisch, Gesang)
Brandon Seabrook (Gitarre, E und akustisch)
Pablo Aslan (Bass)


Di, Jan 23, 2007
Tine Kindermann