
Wie bei allen “Größen” jedweden musikalischen Genres, ist es auch bei Oumou Sangare eigentlich nicht notwendig zu erwähnen, daß sie ihre Stellung in der “Hall of Fame” Westafrikas nicht alleine ihrem großen Gesangstalent verdankt.
Songwriterin, Sozialer Kommentatorin, engagierte Kämpferin für die Rechte der Frauen, Sprachrohr ihrer Generation und ihres Geschlechts, all dies macht Oumou Sangare zu mehr als einer “einfachen” Sängerin. Sie ist eigentlich mehr ein Phänomen, verkörpert sie doch die Werte und die Kämpfe vieler Menschen Afrikas und hier gerade der afrikanischen Frauen, derenAnliegen sie furchtlos vertritt.
Oumou Sangare wurde 1968 in Bamako als Tochter von Emigranten aus der Region südlich des Niger, bekannt als Wassoulou, geboren. Ihre Mutter, Aminata Diakhite, war ebenfalls eine Sängerin, die wie viele Frauen ihrer Generation ihren Ehemann mit zwei weiteren Frauen teilen mußte. Die frühe Erfahrung der Polygamie und der mit ihr verbundenen Leiden für die Frau hinterließ einen prägenden und tiefen Eindruck bei der jungen Oumou Sangare. Ihre Mutter bestärkte und unterstützte sie schon im frühen Alter von sechs Jahren darin, ihre eigene musikalische Karriere zu beginnen. Es folgte der Einstieg ins “National Ensemble of Mali”, das schon so manchem großen Musiker Malis als Sprunbrett diente. 1986 wurde sie vom “Super Djata Band” Veteranen Bamba Dambele für seine Europa Tournee mit der traditionellen Percussion Band DJOLIBA engagiert. Nach dieser Einführung in die Welt der professionellen Musiker kehrte Oumou Sangare nach Hause zurück und beschloß eine eigene Band, mit ihren eigenen Sound zu gründen. Sie fand ihren Sound in den Wurzeln ihrer Herkunft, in Wassoulou.
Aus Gründen, die Oumou Sangare selbst nur schwer erklären kann, hat die Region ihrer Vorfahren seit der Unabhängigkeit Malis in den sechziger Jahren eine ganz erstaunliche Zahl großer Sängerinnen hervorgebracht. Nach ihren Vorbildern und Einflüssen gefragt, nennt sie Pionierinnen wie Coumba Sidibe, Sali Sidibe und Flan Saran, die zusammen mit vielen anderen einen ganz eigenen Stil begründet haben. Entstanden aus einer Mixtur aus lokalen Rhythmen und Tänzen wie dem Didai, dem Bari, dem Sigui, und vor allen anderen dem Sogonikun, einem traditionellen Maskentanz der vornehmlich von jungen Mädchen zur Erntezeit getanzt wird.
Dieser ganz eigene Stil, mittlerweile bekannt als Wassoulou, transportiert den nervösen aber dennoch funkigen Sound der Kamalengoni (wörtlich: Harfe des jungen Mannes), einem Instrument das eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Wassoulou gespielt hat. Von der Jugend Yanfolilas, gelegen im Herzen der Wassoulou Region, aus der “Donsongom”, einer rituellen Harfe der Jäger, entwickelt, symbolisiert die Kamalengoni in vieler Hinsicht den Begriff von Jugendlichkeit und, wenn auch nicht Rebellion im Rock’n’Roll Sinne des Wortes, einen Sinn für Spaß, Freiheit und einem gehörigen Maß das Bedürfnis zum Überschreiten geltender Regeln.
“Wenn es eine Frau geschafft hat, in die männlich dominierte Szene des Afropop einzubrechen, dann ist es die malinesische Sängerein Oumou Sangare.”
Jazzthetik, 6/1997
“Worotan ist ein Stück Afrika, das trotz oder vielleicht gerade wegen der fremden Sprache und Rhythmik so faszinierend ist.”
Wochenblatt Ludwigshafen, 4/1997
“… die Sängerin ist vor allem eine Musikerin von großer Ausstrahlungskraft.”
Berliner Morgenpost, 14. März 1997
“Was für eine betörende Stimme.”
Frankfurter Rundschau, 14./15. März 1997


Sa, Mai 28, 2005
Künstler - im Detail